Kirchenpflege Zürich: Drei Kandidaten für den letzten Sitz

Wahlen

Im zweiten Wahlgang für die Neubesetzung der Kirchenpflege kämpfen am 14. Juni drei Kandidaten um den letzten freien Sitz. Im ersten Wahlgang waren die Abstände relativ eng.

Nach dem ersten Urnengang zur Wahl der Kirchenpflege sind sechs von sieben Sitzen vergeben. Nun bewerben sich Mitte Juni mit Christian Aebi, Lukas Bärlocher und Marcel Roost drei Kandidaten für den letzten Platz in der Exekutive. 

Zum ersten Mal überhaupt haben sich im Frühjahr Wahlteams gebildet. Derzeit verfügen die grossen Teams «7G» um den künftigen Präsidenten Res Peter sowie das «Team Mona Schatzmann» über je drei Sitze. Der siebte Sitz wird also zum Zünglein an der Waage, auch wenn die Kirchenpflege noch expliziter als andere Regierungen in der Schweiz als eine der Sache verpflichtete Kollegialbehörde agiert. 

Teams werden relativ 

Mit Aebi (Team Schatzmann), Roost (7G) und Bärlocher (Team Verantwortung-Dialog-Zukunft) hat das Stimmvolk nun die Wahl zwischen Vertretern aus drei verschiedenen Lagern. «reformiert.» hat mit allen Kandidaten über diese Ausgangslage, ihre Kernanliegen und Ressortwünsche gesprochen. 

Mit der Zeit werden sich allfällige Animositäten aber bestimmt legen.
Marcel Roost

Die Bedeutung der Teamzugehörigkeit beurteilen alle Kandidaten als auf Dauer eher nebensächlich. Trotzdem kann sie gerade zu Beginn, und zwar bei der Ressortverteilung, eine Rolle spielen, wie Marcel Roost sagt. «Mit der Zeit werden sich allfällige Animositäten aber bestimmt legen», sagt der 53-Jährige. 

Anders als Roost hat Christian Aebi (63) seine Teamzugehörigkeit vor dem zweiten Urnengang nicht herausgestrichen. Er betont, dass es für die Wählenden vermutlich «nicht so wichtig ist, woher man kommt, sondern dass die Mitglieder zum Wohle der Kirche lösungsorientiert zusammenarbeiten». Lukas Bärlocher (33) sieht den Urnengang primär als «Personen-, nicht als Teamwahl». Er versteht sich als unabhängige Stimme und Brückenbauer zwischen den Lagern. 

Ohne Menschen hilft auch das beste Finanzmanagement wenig.
Lukas Bärlocher

Debatten um die Finanzen 

Der jüngste der drei Kandidaten sähe sich gern in den Ressorts Personal oder Lebenswelten. «Die Kirche muss gut zu ihren Mitarbeitenden schauen und ihre Mitglieder wieder stärker in den Blick nehmen.» In Bezug auf Debatten um Finanzhaushalt oder Mitgliederrückgang sagt er: «Solide Finanzen sind wichtig, aber kein Selbstzweck. Ohne Menschen hilft auch das beste Finanzmanagement wenig.» 

Roost betrachtet die finanzielle Gesundheit als wichtige Voraussetzung für eine handlungsfähige Kirche: «Da müssen wir beginnen, die Weichen richtig zu stellen.» Insbesondere die Liquidität sieht Roost als ein drängendes Problem der Zukunft. Als Vertreter der Bankenwelt hat er sich im Vorfeld explizit für das Ressort Finanzen in Position gebracht, kann sich aber auch das Personalressort «gut vorstellen». 

Als Finanzvorsteher würde ich sicher nicht auf Renditemaximierung zulasten der Mitglieder setzen wollen.
Christian Aebi

Aufgrund seines beruflichen Hintergrunds sieht sich der Jurist -Aebi grundsätzlich in der Lage, jedes Ressort zu führen. Am nächsten lägen ihm wohl die Bereiche Personal, IT und Finanzen. Als Finanzvorsteher würde er «sicher nicht auf Renditemaximierung zulasten der Mitglieder setzen wollen». Vielmehr verspricht Aebi, einen «ganzheitlichen Ansatz» zu verfolgen.