Vor 50 Jahren haben Sie Ihre Firma gegründet, waren seither wegweisend im Bereich der erneuerbaren Energie in der Schweiz. Welche wichtigsten Wünsche oder Visionen oder Ziele haben Sie erreicht – und welche nicht?
Josef Jenni: Das ist eine schwierige Frage. Wir haben sicher wegweisende Beiträge geleistet. Aber bis zur Energiewende braucht es immer noch viel; das ist kein Selbstläufer. Zwar ist der Anteil erneuerbarer Energien gestiegen, zugleich aber auch der Verbrauch. So decken die Erneuerbaren bisher einfach den Mehrverbrauch ab.
Was wäre denn noch nötig?
Neben der höheren Produktion von erneuerbarer Energie müsste die Spartechnik weiter vorangebracht werden. Und wir müssen bescheidener leben. Das ist leider überhaupt kein Thema, weil man damit keine Politik machen kann. Aber es ist unumgänglich. Die Gesellschaft hat das leider noch nicht begriffen.
Das klingt jetzt eher pessimistisch.
Es ist realistisch! Und es ändert nichts daran, dass ich mich nach wie vor mit Begeisterung einsetze. Ich halte mich an das Zitat, das Luther zugeschrieben wird: «Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.»
