Damian Latka ist 52 Jahre alt, Lehrer von Beruf und seit Jahrzehnten Teil desselben Kirchenprojekts, in dem er einst selbst Konfirmand war. Bis heute engagiert er sich im Konfprojekt der Reformierten Kirche Ägeri, seine beiden Töchter, inzwischen konfirmiert, sind ebenfalls dabei.
Was ihn damals gehalten hat? «Die Atmosphäre», sagt Latka. «Und die Art, wie wir miteinander gearbeitet haben.» Besonders die Konflager hätten ihn geprägt. Noch heute sei diese Woche eine der «coolsten Wochen im Jahr».
Latkas Engagement ist erstaunlich. Denn in vielen Kirchgemeinden läuft es anders: Feierliche Konfirmation – und dann sind die meisten Jugendlichen weg. Die Kirche sieht sie nicht mehr, und wenn, dann Jahrzehnte später. In Ägeri hingegen kehren viele zurück, engagieren sich und bleiben.
Nicht bespielen lassen, sondern mitgestalten
Wie kommt das? Thomas Schlag, Professor für praktische Theologie an der Universität Zürich, ist dieser Frage in breit angelegten Umfragen nachgegangen. Für Schlag ist klar: Jugendliche bleiben dort, wo sie ernst genommen werden und echte Beteiligung erleben.
«Junge Menschen wollen nicht einfach bespielt werden», sagt er. Entscheidend seien Beziehungen, Vertrauen und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen.
