Inmitten des Trubels des Greenfield-Festivals steht «The Chapel», die Zelt-Kapelle der Metalchurch. Darin gibt es einen Altar und Kirchenbänke. Gegenüber steht die «AnsprechBar». Nadine Zurbrügg. Sie ist Sozialdiakonin bei der Metalchurch und arbeitet hier als Festivalseelsorgerin.
Die 43-jährige trägt eine auffällige Festivalkutte: Vorne verziert mit Nieten und Aufnähern. Hinten prangt das Motto der Metalchurch «Hard Music, Strong Message». Dazu ein rotes christlich-keltisches Kreuz.
Aus der Metal-Szene
Wenn die Frau aus dem Berner Oberland das weitläufige Gelände des Greenfield in Interlaken betritt, trifft sie all das an, was sie an einem solchen Grossanlass liebt: «Ein Festival ist das volle Leben im Konzentrat.» Ein Ort der grossen Emotionen. «Alkohol und Schlafmangel verstärken diese und führen zu einer Riesenparty. Oder einfach tief ins bodenlose Elend.»
Festival-Seelsorgerin wird man nicht einfach so. Das muss man im Blut haben. Nadine Zurbrügg war schon in ihrer Jugend an Festivals. Im Herzen ist sie selbst «Metallerin». Ihre Szene beschreibt sie als friedlich und dem Gegenüber offen: «Sie sehen vielleicht böse aus. Die Metalheads sind aber sehr sozial.»
