Wie haben Sies mit der Religion, Herr Jenni?
Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, und christliche Wertmassstäbe sind mir nach wie vor wichtig. Wir gehörten zuerst der reformierten Landeskirche in Bremgarten BE an. Meine Eltern traten dann jedoch aus. Heute sind wir in der Freien Missionsgemeinde Oberburg aktiv.
Was heisst für Sie «christliche Wertmassstäbe»?
Mir ist wichtig, dass ich auch glaube, was ich erzähle. Kirche bedeutet für mich mehr als Kultur. Im Vordergrund stehen für mich Rücksichtnahme auf die Mitmenschen und Nächstenliebe. Durch diverse Ereignisse wurde für mich auch früh klar: Ich will einen Job machen, der den Menschen dient.
Und dieses Anliegen hat dazu geführt, dass Sie zu einem Schweizer Solarpionier wurden?
Ja. Stark beeinflusst hat mich in den 70er-Jahren der Bericht des Club of Rome, «Grenzen des Wachstums». Schon damals zeigte sich: Wir zerstören unsere Erde. Heute verzeichnen wir zwar enorme Fortschritte in der Photovoltaik, Stromspeicherung und anderem mehr. Doch der Energieverbrauch steigt nach wie vor zu stark, etwa die Rechenzen-tren für künstliche Intelligenz sind da verheerend. Trotz aller Schwierigkeiten setze ich mich weiter ein für einen nachhaltigen Weg.
Wie kommt dieses Engagement in Ihrer christlichen Gemeinde an?
Bei uns gibt es politisch ein breites Spektrum. Und wenn beispielsweise einmal über Umweltfragen gespottet wird, lasse ich das einfach so stehen – das beeinträchtigt mein Selbstvertrauen nicht. Der Einsatz für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen bedeutet für mich auch Nächstenliebe. Ebenso, wie Leuten eine Arbeit zu geben, die es sonst schwer haben, etwas zu finden. Da spielt es keine Rolle, ob sie christlich gesinnt sind oder zum Beispiel eine atheistische Haltung haben.
