Fussball ist ein Gefühl. Eine Sprache ohne Barrieren. Ich liebe die Momente, in denen ich mit mir unbekannten Menschen in einem Park spiele, wir uns freuen über einen gelungenen Pass oder einen Treffer zwischen einem Pullover und einem Schuh hindurch, die uns als Torpfosten dienen. An einige Kombinationen kann ich mich noch genau erinnern, selbst wenn ich meine Mitspieler nie mehr im Leben gesehen habe.
Oder ich oute mich bei einem Espresso mit meinen paar Brocken Italienisch als Anhänger der AC Milan. Nenne die Namen der Helden meiner Kindheit: Gullit und Van Basten, Baresi und Maldini, Zauberfuss Pirlo und Schlitzohr Inzaghi, das im Abseits geboren wurde. Da kann es passieren, dass ich in wildfremde Hände einschlagen darf. Vielleicht bekomme ich auch einen Vortrag zu hören, weshalb Stadtrivale Inter oder das religiös verehrte Napoli viel besser sei. Immer verlasse ich die Bar mit einem Lächeln, weil das Fussballgefühl beglückt und verbindet.
Eine eigentümliche Ruhe
Glaube ist ein Gefühl. Wenn ich in einer Kirche in einer fremden Stadt eine Kerze anzünde, mit Menschen, deren Sprache ich nicht verstehe, einen Kanon aus Taizé singe, im mehrsprachigen Stim-mengewirr das Unservater bete, geht mir das Herz auf. Geografische Grenzen und konfessionelle Gräben verschwinden.
