Wie haben Sies mit der Religion, Herr Schmid?
Meine Frau ist Pfarrerstochter, und wir haben drei gemeinsame Kinder, von denen eins Pfarrerin geworden ist. Näher kann man zur Kirche ja fast nicht stehen. Zudem war mein Vater lange Kirchgemeindepräsident im bündnerischen Rothenbrunnen, und meine Schwester und ich gingen fast jeden Sonntag in die reformierte Kirche mit, während meine Mutter den Sonntagsbraten vorbereitete. Für meine katholische Mutter war es allerdings nicht unbedingt so einfach, in dem protestantischen Dorf aufzuwachsen.
In Ihrer Kindheit waren Sie also oft in der Kirche. Wie war das?
In Rothenbrunnen hatten wir einen alten, allseits beliebten Pfarrer. Der spielte mit uns Kindern und erzählte uns auf wunderschöne Weise die Geschichten von Noah, Moses und anderen biblischen Figuren. Ich versank in diesen Geschichten jeweils so sehr, dass ich noch Jahre später überzeugt war, dass dies alles wirklich so geschehen sei. Der Einfluss der Kirche von vielen Seiten hat mich sicherlich geprägt.
Hat auch Ihr Beruf als Comedian einen Bezug zur Kirche?
Ich habe es als Bub sehr genossen zuzuhören, wenn der Dorfpfarrer und auch die betagten Leute im Dorf Geschichten erzählten. Es gab, bis ich zehn Jahre alt war, bei uns noch keinen Fernseher, und an den lauen Frühlingsabenden sassen die Alten im Dorf auf ihren Bänken und erzählten. Später war ich der einzige Zweitklässler im Dorf und fand, dass ich mich etwas hervortun müsse. So begann ich, Geschichten vor Menschen zu erzählen.
Geben Ihnen biblische Geschichten auch Kraft für den Alltag?
Ja, wenn ich Angst vor Auftritten hatte oder Sorge, dass der Erfolg ausbleiben könnte, habe ich mich oft in meinen Glauben vertieft. Mich trägt das Wissen, dass da etwas ist, das zu mir steht. Bis jetzt bin ich auch noch nie enttäuscht worden.
