Nach der Schliessung der heiligen Stätten in der Altstadt von Jerusalem kehrte am orthodoxen Karfreitag wieder Leben in die Jerusalemer Altstadt zurück: Am 11. April feierten rund 2500 Christinnen und Christen «das Heilige Feuer» in der Grabeskirche. Mehrere Hundert Gläubige versammelten sich vor der Kirche, und die Gassen der Altstadt füllten sich erneut.
Eine Woche vor den orthodoxen Osterfeierlichkeiten zelebrierten katholische und protestantische Christinnen und Christen Ostern. Die Feierlichkeiten waren von Einschränkungen und einem strengen Sicherheitsdispositiv geprägt. Aus Sicherheitsgründen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg wurden die heiligen Stätten in der Altstadt zeitweise geschlossen. Als Gründe nannte die Polizei fehlende Schutzräume sowie die erschwerten Bedingungen für Rettungskräfte, die Altstadt im Notfall zu erreichen. Die Religionsfreiheit bleibe gewahrt, jedoch unter notwendigen Einschränkungen, hiess es.
Zutritt zu Grabeskirche verweigert
Die Karwoche begann mit der Nachricht, dass Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der Lateinische Patriarch von Jerusalem und damit der höchste Vertreter der katholischen Kirche in Israel, der Zutritt zur Grabeskirche verweigert worden ist. Der Patriarch bezeichnete den Vorfall als «schwerwiegenden Präzedenzfall», der die Gefühle zahlreicher Menschen weltweit missachte.
Auch die Kirchen reagierten auf die Situation mit Anpassungen. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land veröffentlichte in den Sozialen Medien Bilder von Feierlichkeiten in Jerusalem, Beit Jala, Bethlehem und Ramallah. Prozessionen durch die Jerusalemer Altstadt entfielen ebenso wie das traditionelle Kerzengebet im Garten Getsemani.
Ähnlich eingeschränkt feierte auch die deutschsprachige Benediktinerabtei Dormitio. «Frohe und gesegnete Ostern aus dem schönsten Bunker Jerusalems», eröffnet Abt Nikodemus Schnabel seine Osterbotschaft. Das Video wurde aus der Krypta gesendet, wo rund 30 Mönche die Osternacht begingen.
