Die Jüngste tanzt mit Energie durchs Leben

Gotte/Götti

Chioma hat drei Gotten und zwei Göttis – und alle gleich gern. Von Gotte Flavia möchte sie das Fotografieren erlernen. 

Im Mai wird Chioma neun Jahre alt. Beim Treffen mit ihrer Gotte Flavia war deshalb auch ein Thema, was sich das Mädchen zum Geburtstag wünscht. Chioma überlegt und sagt: «Am liebsten unternehme ich etwas mit meiner Gotte.» Einen Geschenkwunsch hat sie in diesem Moment keinen. Ihre Mutter Monika lacht: «Es ist gut zu wissen, dass du wunschlos glücklich bist!» 

Chioma wirkt in der Tat glücklich und fröhlich. Sie kommt gerade aus einer Yogastunde und ist auch sonst ein sehr aktives Mädchen. Sie nimmt Reitstunden und spielt Fussball im Verein. 

Ausserdem besucht sie ein kreatives Kindertanzen, wo sie verschiedene Stile ausprobiert. «Im Moment ist beim Tanzen das Weltall unser Thema.» In der Schule mag Chioma die kreativen Fächer wie Zeichnen, Malen und Gestalten besonders gern. «Und Sport!» 

Wichtige Menschen 

Chioma hat drei Gotten und zwei Göttis. Es gebe keine Rangliste, wen sie am liebsten möge, sagt sie. Ihre Gotte Flavia, über die sie heute etwas erzählen soll, sei einfach ein lieber und offener Mensch. 

«Gotte Flavia ist immer freundlich, und ich weiss, dass sie für mich da ist.» Ihre Mutter Monika nickt und ergänzt: «Ich habe als Patinnen und Paten Menschen ausgewählt, die mir besonders wichtig sind und bei denen ich wusste, dass es gut kommt.» 

Gotte Flavia ist immer freundlich, und ich weiss, dass sie für mich da ist.
Chioma, Gottekind von Flavia Fall

Chioma habe wunderbare Menschen um sich, sagt sie. «Einige haben die Rolle als Paten übernommen. Andere tragen auf ihre eigene Weise zu Chiomas Leben bei und sind für sie genauso wertvoll.» 

Chioma wurde getauft, als sie zwei Jahre alt war. «Darüber kann ich aber nichts erzählen, da war ich ja zu klein», sagt sie. Aber aus Erzählungen und von Fotos weiss sie, dass die Zeremonie im Garten der Kirche stattgefunden hat. 

Sich treffen heisst zusammen essen

Chiomas Vater, der aus Nigeria stammt, ist der Glaube sehr wichtig. Der Name Chioma bedeutet in Igbo «von Gott» oder «gesegnetes Kind». Für Chiomas Mutter bedeutet der Name ihrer Tochter grosses Glück, Freude und Dankbarkeit. Auch Monika hat eine Verbindung zur Kirche, wenn auch eher praktischer Art: «Ich bin neben der Kirche aufgewachsen, in der Chioma getauft wurde.» Die Mutter findet das Engagement der Kirche im sozialen Bereich sehr wichtig. «Gerade in der heutigen Zeit, in der oft die vermeintlich Starken und Erfolgreichen im Mittelpunkt stehen.» 

Chioma fragt, ob sie nun endlich alle noch Pizza essen gehen. Beide Frauen lachen: «Wenn wir uns treffen, essen wir eigentlich immer etwas», sagt Flavia Fall. Sie haben auch gemeinsam Weihnachten und Silvester gefeiert: «Ich durfte bis Mitternacht aufbleiben, wir zündeten eine Tischbombe an und assen Fondue Chinoise», erzählt Chioma. Ihr Lieblingsessen sind aber Omeletten mit Apfelmus und Crème fraîche. «So, wie sie meine Gogo (Grossmutter) immer macht.»

Und jetzt hat Chioma auch eine Idee, was sie zu ihrem Geburtstag zusammen mit ihrer Gotte unternehmen könnte: «Gotte Flavia ist ja Fotografin. Sie könnte mir zeigen, wie man fotografiert und schöne Bilder macht.»