In der Zürcher Bahnhofstrasse sieht man das Geld: Männer tragen massgeschneiderte Anzüge und teure Uhren, dicke Autos sind unterwegs.
Die Millionärsdichte ist hoch. In unmittelbarer Nähe sitzt einer dieser Millionäre auf einer Parkbank unter den Bäumen auf dem Lindenhof. Albin Meyer ist mit dem Velo gekommen, nichts an seinem Äusseren verrät seinen Reichtum.
Reich geworden ist er durch eine Erbschaft. Gemäss «Global Wealth Report» der UBS gehört Meyer zum reichsten Prozent der ganzen Welt, weil er ein Vermögen von mindestens einer Million Dollar besitzt. Albin Meyers Liegenschaft in der Zürcher Altstadt ist mehrere Millionen Franken wert. «Ich bin also definitiv reich», sagt der 56-Jährige.
Einfach nur Glück
Dieser Reichtum verursacht bei Albin Meyer ein gewisses Unbehagen. «Ich habe nichts dafür geleistet.» Er habe nur das Glück, in eine Familie geboren zu sein, in der besagtes Altstadthaus an die fünfte Generation vererbt wurde. Es wirft so viel Ertrag ab, dass Meyer eigentlich nicht mehr arbeiten müsste.
Als der Vater zweier erwachsener Kinder das realisierte, kam zum Unbehagen eine grosse Frage hinzu: Welche Verantwortung gegenüber der Gesellschaft hat er? Meyer entschied sich, mit einem Schweizer Tabu zu brechen und über Geld zu reden. Über sein Geld und das Vermögen von anderen Millionären. «Wie das reichste Prozent die Welt retten kann», heisst sein Buch, das kürzlich erschienen ist.
