Wer sich über die Initiative «1 Prozent für den Frieden» informieren will, wird im Internet derzeit kaum fündig. «Es gibt noch kein Komitee, kein Geld und noch nicht einmal einen Text», sagt Andreas Nufer, Leiter des Klosters Kappel, am vergangenen Samstag in der gut besetzten Klosterkirche des reformierten Bildungshauses.
Die Idee zur Initiative ist noch jung. Geboren wurde sie vor genau einem Jahr an der Veranstaltung «Schule des Friedens» im Kloster Kappel. Damals erwähnte Jürg Bräkker, Generalsekretär der Konferenz der Mennoniten Schweiz, eine alte Tradition in den mennonitischen Gemeinden, ein Prozent des zur Verfügung stehenden Geldes für den Frieden zu verwenden. Bräkkers Votum stiess auf Resonanz und die Anwesenden beschlossen spontan, eine eidgenössische Volksinitiative zu lancieren.
Den Faden weiterspinnen
An der diesjährigen «Schule des Friedens» wurde das Projekt nun einem grösseren Publikum vorgestellt. In Workshops und Gesprächen wurde am Ideenfaden weitergesponnen. Hauptprogrammpunkt war ein Podium am Samstagmorgen, an welchem Nufer mit Vertretern aus Armee, Politik, Wissenschaft und Kirche über Sinn und Umsetzung einer solchen Initiative diskutierte.
Die Nationalrätin der Grünen Kanton Zürich, Marionna Schlatter, sprach sich klar für mehr friedensfördernde Massnahmen aus, denn wenn der Krieg da ist, sei es zu spät. «Es gibt dann nur noch Verliererinnen und Verlierer.» Sie kritisierte, dass über den Rohstoffhandelsplatz Zug indirekt Kriege finanziert werden und wünscht sich von der Schweiz desbezüglich eine weniger passive Rolle.
