Der Film beginnt mit einem Gebet. Es ist ein Reisesegen, den sich die Lastwagenfahrerin Maikhuu selbst zuspricht im Niemandsland der Wüste Gobi. Die Landschaftsbilder, mit denen Khoroldorj Choijoovanchig seinen eindrücklichen Dokumentarfilm «Colors of White Rock» eröffnet, sind eine Wucht.
Das gelobte Land
Für Maikhuu und für alle anderen Fahrer, Arbeiter und Verkäufer, die entlang der sich durch das Niemandsland schlängelnden Kolonne nach einem wirtschaftliches Auskommen suchen, ist die Wüste das gelobte Land: Allerdings unter umgekehrten Vorzeichen.
In die Erde gesprengte Kohlegruben brechen wie staubige Krater in Maikhuus Kindheitslandschaft ein, in der die Nomaden früher ihre Herden weideten. Im Kampf um die nächste Ladung liefern sich die Fahrer tödliche Rennen, wenn sie nicht tagelang im Stau stehen, in der erbarmungslosen Hitze des Sommers und der bitteren Kälte des Winters.
Die versehrte Schöpfung
An der zynischen Logik des fossilen Kapitalismus zerschellen ihre Träume. In der Mongolei, die Kohle und Edelmetalle nach China exportiert, vollzieht sich die doppelte Ausbeutung, die Mensch und Schöpfung dauerhaft versehrt.
