2023 legten National- und Bundesrat fest, dass die Schweiz einen nationalen Erinnerungsort für die Opfer des Nationalsozialismus erhalten soll. Nun wurde bekannt, nach welcher der elf eingereichten Wettbewerbsbeiträge die Gedenkstätte umgesetzt wird. Das Projekt «unfolded minute» («sich entfaltende Minute»), das Information und Kunst vereint, wird bis Ende 2027 auf der Casinoterrasse und somit unweit des Bundeshauses in Bern gebaut.
Über 82 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs soll an dieser Stelle die Erinnerung an die Shoah und die sechs Millionen getöteten Jüdinnen und Juden sowie an alle anderen Opfer nationalsozialistischer Vernichtungspolitik wachgehalten werden. «Insbesondere auch an jene, die einen Bezug zur Schweiz haben», wie der Medienmitteilung des Bundes zu entnehmen ist. «Unfolded minute» flechtet dabei eine Klanginstallation in das Konzept mit ein. So verwies die Jury, die unter anderem aus Vertretern des Bundes, der Stadt Bern sowie unabhängigen Expertinnen und Experten bestand, auf die überzeugende Art und Weise, wie das Projekt «künstlerischen Ausdruck, Geschichtsvermittlung und Einbindung in den öffentlichen Raum» verbinde.
Klang als universelle Sprache
Das Siegerteam besteht aus Kulturwissenschaftlerin Franziska Schürch und Historikerin Isabel Koellreuter, der Künstlerin Rahel Zaugg, dem Komponisten Jannik Giger sowie den Architektinnen Andrea Steegmüller und Salomé Gutscher. «Die Idee, mit Klang zu arbeiten, rückte bei mir und meiner Kollegin Isabel Koellreuter schnell in den Fokus», wie Schürch im Gespräch mit «reformiert» sagt. Das vor allem deshalb, weil es eine sehr «unmittelbare und universelle Sprache ist, welche die Menschen auf einer intuitiven Ebene abholt».
